Minderheiten in Europa - zwischen europäischer Partizipation und Bewahrung der ethnischen Identität

Sind wir nicht alle Europäer? Was verbindet Minderheiten in Europa? Diese und andere Fragen wurden im Rahmen der durch Jugend für Europa geförderten Jugendbegegnung zum Thema „Minderheiten in Europa“ diskutieren.
Minderheiten in unterschiedlichen Ländern Europas lernten sich näher kennen gelernt und erlebten Gemeinsamkeiten, Unterschiede und Probleme im Miteinander.

Insbesondere auf die Entwicklung von Kultur, Sprache und Identität wurde näher eingegangen und Zukunftsperspektiven von Minderheiten entwickelt. Betrachtet wurde, welche Möglichkeiten und Chancen sich aus dem aktuellen europäischen Integrationsprozess für die Minderheiten ergeben und wie jeder an diesem teilhaben kann. Auch die Sinnhaftigkeit der Mitgliedschaft in der Europäischen Union und deren Vor- und Nachteile wurden beleuchtet.

Der Schwerpunkt dieser Jugendbegegnung lag darin, diese Themen mit Minderheiten zu diskutieren, die die deutsche Sprache entweder als eigene Sprache in einem nicht deutschsprachigen Umfeld sprechen oder in einem deutschsprachigen Umfeld leben.

Die Jugendbegegnung fand in der Zeit vom 16.7. – 23.7.2011 im Stephansstift Zentrum für Erwachsenenbildung in Hannover statt. Neben Diskussionen, Vorträgen und kreativen Einheiten zum Thema waren eine Stadtbesichtigung von Hannover und ein Besuch der Hauptstadt Berlin auf dem Programm. In der Freizeit rundeten verschiedene Angebote aus Kultur, Film, Sport und Begegnung das Programm ab.

Ziele

Partizipationsmöglichkeiten: Durch die Projektaktivitäten lernen die teilnehmenden Jugendlichen Möglichkeiten der Partizipation auf subnationaler und supranationaler Ebene kennen. Anhand von Gruppenarbeitsphasen und Diskussionsrunden im Plenum wird gemeinsam erarbeitet, wie die europäische Integration mitgestaltet und analog dazu die eigene Minderheit geschützt und gestärkt werden kann. Durch die kontrovers geführte Debatte wird das Erkenntnisinteresse der Teilnehmenden an dem "gemeinsamen Projekt eines vereinten Europas" und eine aktive Bürgerschaft gefördert.

Kultur und Identität: Im Rahmen des Projekts wollen wir uns gemeinsam mit Kultur und Identität auseinandersetzen. Dazu stellen die Teilnehmer (aus Gründen der Lesbarkeit wird bei allgemeingültigen Darstellungen auf die Verwendung der femininen Form in diesem Antrag verzichtet) zunächst ihre Minderheit und Kultur den anderen Gruppen vor. Durch das Kennenlernen anderer kultureller Bräuche und Sitten wird das Interesse für diese geweckt und somit Solidarität und Toleranz sowie das integrative Wachstum im Rahmen des Projekts gefördert.

Wie ist Europa aufgebaut?: Durch die Thematisierung von europäischer Kultur und Identität sowie das Betrachten der Institutionen und Akteure der Europäischen Union, wird das "Konstrukt" Europa fassbarer. Die interkulturelle Analyse komplexer Zusammenhänge dieses Konstrukts soll bei den Teinehmern Interesse und Engagement wecken. Hierdurch wird ein Gefühl der gemeinsamen europäischen Verbundenheit geschaffen und so eine aktive europäische Bürgerschaft gefördert.

Europäische Identität: Die Teilnehmer setzen sich mit der Entwicklung von Kultur und Identität im europäischen Kontext, unter besonderer Berücksichtigung der Minderheiten, auseinander. Die Projektaktivitäten fördern, durch den interkulturell geführten Dialog und die Auseinandersetzung mit europäischen Fragen hinsichtlich eines "Europas der Regionen", das Verständnis der Teilnehmer als Bürger eines multikulturellen Europas.

Internetplattform, Homepage, Publikation der Ergebnisse (Broschüre, PDF-Format auf deutsch und englisch): Die Ergebnisse und Materialien des Projekts werden im Anschluss veröffentlicht und können von den lokalen Einrichtungen in Deutschland sowie in den Partnerländern für weitere Projekte und Aktivitäten genutzt werden.

Europa als Chance: In einem Europa der Regionen bildet der europäische Integrationsprozess unter Beteiligung aller Bürger eine der Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Mithilfe des Projekts soll ein Beitrag geleistet werden, um ein vereintes Europa als Chance begreifen und wahrnehmen zu können. Dazu bedarf es der intensiven ganzheitlichen Betrachtung europäischer Strukturen. Wir wollen mithilfe des Projekts einen Beitrag dazu leisten, den interkulturellen Dialog im Hinblick eines "Europas der Minderheiten" zu fördern. Dies geschieht durch Diskussionsrunden, Gruppenarbeitsphasen und Treffen von Menschen, die sich mit Fragen der europäischen Integration beschäftigen.
Um einen über das Projekt hinausgehenden Dialog zu ermöglichen, entsteht eine internetbasierte Plattform, zwischen Minderheiten im deutschsprachigen Kontext, die als Teil des gesamteuropäischen Minderheitendialogs öffentlich gemacht wird. Die Jugendlichen werden motiviert kontroverse Diskussionen führen und diese auch über die Grenzen des Projekts hinaus, im gesellschaftlichen Umfeld, fortsetzen. Die Teilnehmenden werden, durch die im Rahmen dieses Projekts erfolgte thematische Auseinandersetzung, zu aktiven und toleranten Bürgern innerhalb der Europäischen Union.

Presse und Medienarbeit: Es soll eine aktive Presse- und Medienarbeit stattfinden, um die Projektaktivitäten und Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Auf einer eigens für die Aktivitäten eingerichteten Internetseite werden der Projektverlauf und die Resultate und veröffentlicht.
Durch unser Projekt lernen verschiedene Minderheiten einander näher kennen. Im interkulturellen Dialog werden europäische Fragen gemeinsam erläutert und so das integrative Wachstum gefördert. Wesentliches Element der Begegnung ist das gemeinsame Kennenlernen europäischer Strukturen und Partizipationsmöglichkeiten am europäischen Integrationsprozess. Wir wollen gemeinsam erarbeiten, wie die Region beziehungsweise die Minderheit Einfluss nehmen kann auf europäischer Ebene. Fragen der sozialen Kohäsion, Zenturm-Peripherie-Beziehungen und Akteurskonstellationen werden dabei genau betrachtet. Somit wird die europäische Bürgerschaft und das integrative Wachstum innerhalb Europas gefördert.

Evaluation: Durch rückblickende Diskussionen am Ende des Tages sollen die Teilnehmenden ihre Lernwege evaluieren und kritisch reflektieren. Realitätsnahe Umsetzungsmethoden, wie z.B. ein Planspiel, und Exkursionen ermöglichen ein nicht-formales Lernen.

Partner

Organisation

Land

Kontaktperson

Stephansstift
Zentrum für Erwachsenenbildung

Deutschland
(Koordinator)

Jürgen Klaassen
Katharina Janczyk
Philipp Legrand
Lena Twachtmann
Sibel Özdemir Yaman

Klub Studencki Pomorania

Polen

Monika Jurek

Ungarndeutsches Pädagogisches Institut

Ungarn

Agnes Karl

Jugendtreff X-Dream Eupen

Belgien

Marie-Claire Hellmann

Rökefloose e.V.

Deutschland

Jenny Jürgensen

Amaro Drom e.V.

Deutschland

Jonathan Mack

Galerie

Kontakt

Stephansstift
Zentrum für Erwachsenenbildung gemeinnützige GmbH

Jürgen Klaassen
Kirchröder Straße 44
30625 Hannover
GERMANY

Tel.: 0049(0)511 5353-308
Fax: 0049(0)511 5353-596
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